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Reduktion auf das Wesentliche

Wenn man den regelmäßig erscheinenden Fotomagazinen, -zeitschriften und Anzeigen als auch manchen Erklärungen folgt, dann ist es unbedingt notwendig, so viel Equipment wie nur irgend möglich zu besitzen. Die Hersteller wollen Geld verdienen und erwecken in uns auf geschickte Art und Weise Begehrlichkeiten.
Für jede Aufnahmesituation wird uns ein geeignetes Equipment offeriert und möchte man für jedes nur erdenkliche Motiv gewappnet sein, scheint einem nichts anderes übrig zu bleiben, als mit einem Anhänger vollgepackt mit teurem technischen Equipment unterwegs zu sein. Doch hilft das für die eigene fotografische Entwicklung?

Auch ich war lange Zeit nicht gefeit vor diesen Einflüsterungen und konnte mich diesen manchmal auch nicht entziehen. Das Equipment wurde immer mehr – dennoch:

Der eigene kreative Output zeigte keine wirkliche Entwicklung.

Wie sich herausstellen sollte, ist man plötzlich gefangen in der Vielfalt der Möglichkeiten und man beschäftigt sich nur noch mit der Technik. Dadurch steht man sich jedoch urplötzlich selbst im Weg.

Das Weitwinkel auf der Kamera, man macht ja gerade Landschaftsaufnahmen. „Ach Mist, für dieses Motiv müsste ich jetzt das Objektiv wechseln, sonst wirkt es nicht so.“
Interesse an Studiofotografie? Schwupps, eine Blitzanlage mit allem raffinierten Zubehör muss her.
Tiere sind auch ganz nett – oh, dazu braucht man natürlich ein starkes Telezoom.
Der riesige Fotorucksack folgt als nächstes – das Equipment muss ja transportiert werden.
usw. usw. usw. ...

Meine persönliche Erfahrung zeigte dabei sehr deutlich, dass man nur weiterkommt, wenn man sich diesem Drang nach neuer Technik entzieht und sich einfach auf das Wesentliche konzentriert:


DIE FOTOGRAFIE.


Wichtig sind meiner Meinung nach zum Anfang:

Kamera

Objektiv

(Stativ)

 

Das Stativ ist anfangs nicht zwingend, ich glaube aber, nach einer gewissen Zeit wird man dessen Vorzüge erkennen und dann scheut man sich auch nicht, dieses dabei zu haben (gibt es ja in allen Gewichtsklassen und Größen).
Besitzt man bereits mehrere Objektive, kann man dies natürlich im Turnus machen. Vielleicht einen Monat nur das Eine, den nächsten Monat ein Anderes.
Durch diese Vorgehensweise legt man seine Konzentration auf das jeweilige Motiv. Sehr schnell denkt man dann nicht mehr an „Oh, dafür brauch ich jetzt dies oder jenes“, sondern die eigene Welt wechselt zu „Wie bekomme ich das nun so wie ich es gerne hätte in meine Kamera?“
Ab diesem Augenblick steigt die persönliche Kreativität als auch der offene Blick – also genau in die Richtung, die man eigentlich einschlagen wollte.

Schlussendlich erkennt man nach einer gewissen Zeit seine Vorlieben und man kann sich fokussiert darauf konzentrieren, was denn nun wirklich für die eigene Kreativität und fotografische Arbeit notwendig ist. Gleichzeitig lernt man dabei die gerade genutzte Technik erheblich besser kennen, da man nicht andauernd mit wechselnden, technischen Eigenschaften zu kämpfen hat.

Der eigene Fokus legt sich auf das Motiv.

Ich hatte diesen Weg auch hinter mich gebracht, dabei einiges an Erfahrung gesammelt und seitdem befindet sich in meiner Tasche nur noch folgende Ausstattung, wenn ich auf Reisen unterwegs bin:

Kamera mit angedockter 50mm Festbrennweite
1 T/S-Weitwinkelobjektiv
1 Polfilter, 3 verschiedene ND-Filter
Reisestativ
Fernauslöser (kabelgebunden)
Ersatzakku, Ersatz-SD-Karte

Das war es und ich fühl mich wohl dabei.

Gehe ich mit meiner Kamera lokal spazieren, reduziere ich das Ganze auf Kamera und Objektiv.

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