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Auf Geschäftsreise

Neulich ergab sich der Umstand, dass ich aus beruflichen Gründen für einen kurzen Trip nach Barcelona reisen sollte. Natürlich glänzten sogleich die Augen des Fotografen in mir. „Barcelona – was für eine Stadt; was für eine Gelegenheit“.
Recht schnell verflog jedoch der erste fotografische Elan: Geschäftsreisen beinhalten ein grundsätzliches Problem. Man hat schlicht weg so gut wie keine Zeit. Auch wenn im Nachgang viele fragende Stimmen ertönen: 
„Wie war es denn in Barcelona?“, „Was hast Du denn alles gesehen?“, „Hattest Du Spaß?“ – Die schlichte Realität sieht bei geschäftlichen Reisen immer noch unverändert aus:
Von früh bis abends im Büro. Abends fühlen sich die Gastgeber genötigt, ihren Gast auszuführen (was nett ist, jedoch fotografisch nichts bringt). Ergo: Keine Zeit zum Fotografieren.

Diese Probleme waren mir bereits im Vorfeld bewusst. Ich spielte trotzdem einige Tage mit dem Gedanken meine Kamera mit an Bord des Fliegers zu nehmen. Nach und nach siegte jedoch der Pragmatismus und ich trennte mich von dem Gedanken, meine bullige Canon 6D mit in das Handgepäck zu nehmen.
Doch was tun? Seit Jahren träume ich schon von einer kleinen „immer-dabei-Kamera“ – gerade so ein Ausflug wäre eine typische Argumentationshilfe gegenüber auf das Geld aufpassende Ehepartner 
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Gleichzeitig ergab diese Suche bereits Kameras, die trotz ihres dezenten Auftretens mal locker einen 4-stelligen Bereich in Geldwährung verlangen würden.
Alles darunter wirkt laut Papier entweder zu langsam oder kann einfach keine Bilder im Rohformat machen. 
Eine weitere Gefahr einer neuen „all-day-Kamera“: Nehme ich dann weiterhin so oft wie jetzt meine SLR mit? Würde man dabei nicht ein wenig zu nachlässig werden?
Nun, egal – der Gedanke ist sowieso schon wieder verworfen. Lieber das Geld nicht für irgendwelche neuen Techniken ausgeben, dafür auf irgendeine Art und Weise weiterhin das fotografische Auge schulen. Somit sich einfach nur dem Fotografieren widmen. 
Damit komme ich wieder zurück zur anstehenden Kurzreise nach Barcelona. Grübel, grübel...

Dabei fiel mir ein, dass meine Kinder auf unseren Urlaubsreisen immer eine etwas ältere Olympus Stylus Tough (TG-830) verwenden. Damit gehen sie sogar baden. 
Diese Kamera ist schnuckelig im Vergleich zur SLR, robust, kann aber leider kein RAW-Format.
Egal, schulen wir einfach den fotografischen Blick – außerdem hörte ich schon des Öfteren von namhaften Fotografen und Lehrern: „Nicht die Kamera macht das Foto“.
Getreu diesem Motto landete somit die Stylus in meiner Jackentasche.

Während der Geschäftsreise stellten sich dabei einige Sachen heraus:


1. Auch im Jahre 2018 sind dienstliche Reisen weiterhin Reisen, die nicht gerade viel persönliche Zeitfenster zur Verfügung stellen.

2. Auch „Schnappschüsse“ per aufgezwungenem Automatikmodus können funktionieren.

3. Der aufgezwungene Automatikmodus sorgt für einen reinen Blick auf das Motiv.

4. jpg lässt nicht viel Spielraum in der Bearbeitung im Vergleich zum RAW-Format. Dennoch kann es dafür sorgen, dass man nicht mit leeren Händen nach Hause kommt.

5. Besser einige wenige Bilder als gar keine Bilder. 

6. Vorerst bin ich geheilt von dem Drang nach einer weiteren „immer-dabei-Kamera“. Hauptziel: Verwendung meiner geliebten DLSR – Notfallsituationen: die „Kleine meiner Kinder.

Während dieser Reise war es mir lediglich möglich, aus dem Taxi durch die hintere Seitenscheibe zu fotografieren und noch ein klein wenig während des Wartens am Airport in Barcelona.
Die dabei aus meiner Sicht besten Bilder seht ihr in diesem Artikel. Es handelt sich dabei zwar nur um 4 Bilder mit denen ich zufrieden bin – hätte ich aber gänzlich auf die Mitnahme einer Kamera verzichtet, gäbe es weder diese 4 Bilder noch diesen Artikel.

In diesem Sinne: Ich wünsche Euch allen ein wunderbares und erfolgreiches fotografisches Neues Jahr!!

 

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